Mittlerweile gibt es eine große Anzahl der Erwerbstätigen, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung für sehr sinnvoll und wichtig halten. Doch leider ist es so, dass nicht jeder einen solchen Schutz durch eine Versicherungspolice erhalten. Werden sie durch eine Krankheit oder durch einen Unfall berufsunfähig, haben sie das Nachsehen. Häufig ist es so, dass die Versicherer die Menschen, die Vorerkrankungen haben, ablehnen. Doch nun soll sich dieses ändern. Neuerdings bieten einige der Versicherungsgesellschaften kombinierte Unfall-Berufsunfähigkeit-Versicherungen an.

 

Im Leistungsfall eine lebenslange Rente

All jene, die für sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, können ihrer beruflichen Tätigkeit mit Ruhe nachgehen. Im Leistungsfall zahlt die Versicherungsgesellschaft ein Leben lang die vereinbarte Rente. Selbstverständlich bedeutet dieses für den Versicherer eine finanzielle Belastung, die durchaus langfristig ist. Aus diesem Grund spielt für den Versicherer bei der Kalkulation des Beitrages neben dem Berufsrisiko auch die individuelle Erkrankungsgeschichte eine nicht unwesentlich große Rolle. Gerade die Vorerkrankungen eines Menschen können dazu führen, dass die Beiträge steigen, oder sogar dazu, dass sie keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Für den letztgenannten Fall gab es bisher nur die Möglichkeit eine Unfallversicherung abzuschließen, um wenigstens einen kleinen Schutz zu haben. Doch mit den neuen BU-Kombipolicen besteht nun die Möglichkeit gerade für die Menschen mit einer Krankheitsgeschichte einen Schutz vor den Folgen von Unfällen oder Krankheiten zu erhalten.

Bisher nur wenige Anbieter

In diesen kombinierten BU-Policen sind die Elemente aus der Unfall- und aus der Berufsunfähigkeitsvesricherung vereint. Dabei zahlt der jeweilige Versicherer eine Rente im Fall von Invalitität durch einen Unfall, Pflegebedürftigkeit, beim Verlust der Grundfähigkeiten, hier zum Beispiel Sehen oder Sprechen, bei den Auswirkungen von schweren Organerkrankungen oder auch bei den Folgen von Krebserkrankungen. Jedoch gibt es zurzeit nur wenige Anbieter, die diese Kombinationsverträge anbieten.

Nicht der Beruf ist entscheidend

Im Gegensatz zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht der Beruf der entscheidende Faktor für die Prämie. Bei der Kombi-Police ist der Beitrag abhängig vom Gesundheitszustand, den Vorerkrankungen und dem Alter des Versicherten. Auch hier ist eine Gesundheitsprüfung vor dem Abschluss notwendig. Zudem muss der Versicherte ebenfalls einen Fragenkatalog zu seinen Unfällen oder Vorerkrankungen der letzten fünf Jahre beantworten. Die Prämien für diese Art des Schutzes sind günstiger als die zur klassischen BU.

Weniger Leistung als bei der klassischen BU

Auch wenn der Beitrag dieser Kombi-Police günstiger ist als bei der klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung darf keinesfalls außer Acht gelassen werden, dass der günstigere Preis auch gleichzeitig weniger Leistung bedeutet. In der Kombi-Police sind lediglich wenige Krankheiten berücksichtigt und die psychischen Erkrankungen bleiben sogar komplett außen vor. Auch wenn Untersuchungen ergeben haben, dass es in den meisten Fällen die psychischen Erkrankungen sind, weshalb die Menschen berufsunfähig werden. Aus diesem Grund stehen die Verbraucherorganisationen diesen neuen Produkten eher kritisch gegenüber. Selbstverständlich profitieren all jene Menschen von dieser Police, die aufgrund von Vorerkrankungen keine klassische Berufsunfähigkeit abschließen können. Doch wer nur ein günstiges Einsteigerprodukt sucht, der sollte von der Kombinationsversicherung dringend die Finger lassen. Diese sollten sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler das Leistungsprofil einer vollwertigen Berufsunfähigkeitsversicherung erklären lassen, da die BU bei der Kosten-Nutzen-Analyse in der Regel sehr viel besser abschneidet.